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Nach einem Einbruch: Was Sie in den ersten 24 Stunden tun – und was nicht

Mirac Koc
Experte für Sicherheitstechnik
Nach einem Einbruch: Was Sie in den ersten 24 Stunden tun – und was nicht

Die Wohnungstür steht offen, obwohl man sie abgeschlossen hatte. Oder man kommt nach Hause und merkt sofort, dass etwas nicht stimmt. Dieser Moment ist für die meisten Menschen einer der unangenehmsten, die ein Zuhause bereithalten kann.

Was danach folgt, entscheidet oft darüber, ob der Schaden vollständig reguliert wird, ob Täter gefasst werden können und ob man mittelfristig wieder sicher schläft. Die ersten 24 Stunden zählen.

Nicht eintreten, nichts anfassen

Der erste Impuls ist verständlich: nachsehen, was fehlt, aufräumen, die Kontrolle zurückgewinnen. Aber genau das sollten Sie zunächst unterlassen.

Solange unklar ist, ob die Täter noch im Gebäude sind, ist Eigensicherung vorrangig. Klingeln Sie bei Nachbarn, warten Sie draußen. Dann erst die Polizei rufen nicht über 110, wenn es bereits passiert ist und keine akute Gefahr mehr besteht, sondern über die Nichtstörungsnummer Ihrer örtlichen Dienststelle oder dennoch 110, falls Sie unsicher sind.

Die Polizei braucht die Wohnung so, wie die Täter sie hinterlassen haben. Fingerabdrücke auf zersplittertem Türrahmen, Faserspuren auf Fensterbänken, Schuhspuren auf dem Boden all das ist Beweis, solange es unberührt bleibt. Wer aufräumt, bevor die Spurensicherung war, vernichtet Beweismittel, oft, ohne es zu wissen.

Die Polizei als erster Anruf

Hauseinbruch ist eine Straftat. Die Anzeige ist nicht nur für eine mögliche Strafverfolgung wichtig, ohne polizeiliche Eingangsbestätigung oder Aktenzeichen wird kaum eine Versicherung leisten.

Wenn die Polizei eintrifft, schildern Sie ruhig, was Sie gesehen haben. Was fehlt, können Sie im Anschluss sortieren, eine vollständige Liste braucht die Polizei in diesem Moment noch nicht. Wichtig ist vor allem: Wann waren Sie zuletzt zu Hause? Wann haben Sie den Einbruch entdeckt? Gibt es Zeugen, Nachbarn, die etwas gehört haben?

Nach der Spurensicherung erhalten Sie eine Vorgangsnummer. Diese aufbewahren.

Dann: Tür sichern lassen

Wenn der Einbruch über die Wohnungstür erfolgte, was häufig vorkommt, ist diese meist beschädigt oder das Schloss ausgehebelt. Eine angelegte, aber nicht mehr schließende Tür ist für die folgende Nacht keine Option.

Hier kommt der Schlüsseldienst ins Spiel. Nicht als zweiter, sondern als dritter Schritt, nach der Polizei und nach der Spurensicherung. Ein erfahrener Betrieb kann auch beschädigte Türrahmen provisorisch sichern, ein neues Schloss einsetzen oder zumindest beurteilen, ob die Tür noch standhält.

Wichtig dabei: Lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben, bevor irgendetwas gemacht wird. Die Versicherung erstattet Notfallkosten aber nur bei belegbarer Rechnung. Ein seriöser Betrieb stellt diese, ohne Auffordern, aus.

Außerdem: Wenn der Verdacht besteht, dass Schlüssel entwendet wurden, sollten alle betroffenen Schlösser ausgetauscht werden, nicht nur provisorisch gesichert. Täter kehren manchmal zurück, wenn sie wissen, dass ein Schlüssel noch funktioniert.

Versicherung informieren – aber richtig

Hausratversicherungen decken Einbruchschäden in der Regel ab: gestohlene Gegenstände, beschädigte Möbel, kaputte Türen und Schlösser. Die Haftpflichtversicherung des Vermieters greift, wenn Teile der Mietsache (Tür, Türrahmen, fest installierte Schlösser) beschädigt wurden.

Rufen Sie Ihre Versicherung noch am selben Tag an. Die meisten haben Notfallnummern. Wichtig für den Schadenfall:

  • Polizeiliche Vorgangsnummer
  • Fotodokumentierte Schäden (jetzt machen, bevor aufgeräumt wird)
  • Rechnungen für Notreparaturen

Eine vollständige Liste des Diebesguts können Sie innerhalb von 24 bis 48 Stunden nachreichen, das ist üblich und akzeptiert. Gehen Sie die Räume systematisch durch: Schmuck, Elektronik, Bargeld, Dokumente, Werkzeug, Fahrräder.

Die Wohnung wieder bewohnbar machen

Erst wenn Polizei und Versicherung informiert sind und die Spurensicherung abgeschlossen ist, beginnt die eigentliche Aufräumarbeit. Scherben, aufgebrochene Schubladenböden, ausgeräumte Schränke, das ist unangenehm, aber bewältigbar.

Holen Sie sich Hilfe. Allein durch den Schaden zu gehen kostet mehr Kraft als erwartet. Familie, Freunde, Nachbarn, diese Situation rechtfertigt, anzurufen.

Falls strukturelle Schäden vorhanden sind (aufgebrochener Türrahmen, eingeschlagenes Fenster), sollte noch am selben Tag ein Fachbetrieb die Reparatur übernehmen oder zumindest eine Notabdichtung anbringen. Offene Zugänge über Nacht sind weder sicher noch versicherungsrechtlich unproblematisch.

Was jetzt mit der Sicherheit?

Viele Betroffene berichten, dass das Einbruchsgefühl länger bleibt als der materielle Schaden. Die Wohnung fühlt sich fremd an. Das Einschlafen fällt schwerer.

Praktische Maßnahmen helfen hier mehr als man denkt. Ein neuer Schließzylinder mit Anbohrschutz und Ziehschutz kostet zwischen 80 und 150 Euro und ist deutlich schwerer zu überwinden als das Standardmodell. Zusätzliche Sicherungen für Fenster, ein Türzusatzschloss oder, wenn vorhanden, eine einbruchhemmende Tür ab RC2 machen einen messbaren Unterschied.

Ein seriöser Schlüsseldienst bewertet auf Wunsch die Schwachstellen und schlägt konkrete Maßnahmen vor, ohne Kaufdruck. Die Kosten für Sicherheitsverbesserungen nach einem Einbruch können zudem über die Hausratversicherung oder KfW-Fördermittel (Programm 455-E) teilfinanziert werden.

Was der erste Tag zusammenfasst

Wer nach einem Einbruch strukturiert vorgeht, bewahrt sich Optionen. Wer in Panik aufräumt oder nichts dokumentiert, verliert sie. Die Reihenfolge: Sicherheit zuerst, dann Polizei, dann Schlüsseldienst, dann Versicherung, dann Aufräumen.

Und irgendwann, wenn der erste Schock verdaut ist: die Sicherheitslage nüchtern analysieren. Nicht aus Angst, sondern aus dem Wunsch heraus, dass es nicht noch einmal passiert.


Bei Fragen zu Notfallöffnung, Schlossaustausch oder Sicherheitsberatung nach einem Einbruch sind wir rund um die Uhr erreichbar: 0151 22137840.


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